Montag, 1. November 2010

Tanzende Erinnerungen.

Erinnerungen geben selten nach, setzen sich nur langsam zur Ruhe und wenn man denkt man hat alles überstanden, klingelt eventuell genau in diesem Moment das Telefon.In solchen Situationen verflucht man die moderne Technik und die Person am anderen Ende des Hörers, aber gleichzeitig fühlt man sich wie ein kleines Kind, dass seine verloren geglaubte Puppe wieder gefunden hat – überglücklich.
„Ich habe dir ein Schloss erbaut,habe dir heimlich mein Herz zugesteckt,jeglichen Schmerz ignoriert, den du mir zugefügt hastund mir eine kleine heile Welt erschaffen.
Unsere Welt.“

Dennoch, die Stimme die man erfolgreich geglaubt vergessen zu haben, bohrt sich mit jedem Wort tiefer, alles was man dachte überstanden zu haben war schlagartig wieder da und schmerzhafter als zuvor. Aber man verdrängt dieses negative Gefühl, weil man immer glaubt, dass es doch noch einen zweiten Versuch gibt, obwohl man es besser wissen müsste, dass dieser zweite Versuch genau so enden wird wie das Erste Mal.
„Es tut weh, es frisst mich innerlich auf,ich halte es nicht mehr aus.
Mein Herz schreit und brennt.“

Nach einiger Zeit verspürt man eine gewisse Leere, mit der man nichts anfangen kann. Man versucht krampfhaft sein bestes zu geben und immer nach außen eine heitere Fassade zu zeigen.Innerlich fängt es aber an zu bröckeln, die Kräfte lassen nach und man lebt nur in den Tag hinein, man lebt neben sich, man vernachlässigt sich, da man alles was noch zurückgeblieben ist nur einer Person gewidmet wird.
„Ich sitze auf dem Fensterbrett im fünften Stock,schau über die Dächer und beobachte die Menschen,in meiner Nase liegt der Geruch von Abgasen.Es wird langsam dunkel und…
…ich fange an deine Bilder zu verbrennen.“

Langsam fängt an die heitere Fassade zu bröckeln, äußerliche Einflüsse werden immer schwieriger zu ertragen und selbst das kleinste Hindernis was so einfach erscheint wird zu einer komplexen Aufgabe. Man schränkt sich selber ein und verzweifelt, man verzweifelt an sich selbst. Und alles woran man denkt sind Erinnerungen, überflüssige, schmerzende Erinnerungen und langsam wird einem bewusst wie sehr man am Ende ist.
„Ich werde wieder aufwachen,so wie jeden Morgen.Im selben Rhythmus wird mein Herz schlagen,ab und zu etwas schneller.Meine Gefühle werden sich ihren Weg bahnen,Rücksicht- wird nicht genommen.“
Man fängt wieder von vorne an zu vergessen.